Die Arbeit des Abteilungsleiters ist wie ein 450-Euro-Job – nur ohne 450 Euro.

Der Abteilungsleiter der Handballabteilung leitet die Abteilung Handball. So, wie jeder normale Abteilungsleiter in normalen Unternehmen und normalen Vereinen normale Abteilungen leitet. Eine ganz normale Beschäftigung in einem ganz normalen Leben. Nur: Ein Handballverein ist nicht normal, eine Handballabteilung erst recht nicht. Dadurch führt der Abteilungsleiter auch kein normales Leben. Er führt ein Leben am Limit.

Grundlegende Aufgaben

Die grundlegende Aufgabe des Handballabteilungsleiters ist es – vereinfacht gesagt –, sich um seine Abteilung zu kümmern. Um die Mitglieder, um den Spielbetrieb, den Trainingsbetrieb, den Betrieb im Vereinsheim – und nebenbei mit allerlei Abstrichen um seinen beruflichen Betrieb und seinen Familienbetrieb. Er ist die Universal-Schnittstelle der Abteilung, intern wie extern. Er vertritt die Abteilung auf Vorstandsversammlungen, nimmt an Sitzungen des Handballkreises und des Handballverbands teil und hat immer und in jede Richtung ein offenes Ohr für seine Abteilung und für die Interessen seiner Schäfchen. Jedoch ist es nicht immer ganz einfach, seine Herde auch beisammenzuhalten. Denn hier und da lauern auch schwarze Schafe. In Form von Mannschaften, die sich ohne engmaschigen Stundenplan nicht organisiert bekommen – wie Grundschüler, die ohne strikte Vorgaben auch einfach planlos umherrennen, sich dreckig machen und irgendwann verletzen. In Form von städtischen „verbindlichen Empfehlungen“ (zu Deutsch: Verboten), die das Handballerherz bluten lassen – beispielsweise Harzverbote und Hallenfremdnutzungen für Kreismeisterschaften der Rollschuh-Mädchen (Rollschuhfahren scheint im Vergleich zu Harz kein Problem für den Hallenboden zu sein) und Landesmeisterschaften der Amateurboxer (Bierverkauf und -konsum scheint im Vergleich zu Harz ebenfalls kein Problem für den Hallenboden zu sein). Oder aber in Form von nicht erfüllten Erwartungen. Die kennt der Abteilungsleiter zwar von seiner Frau, richtig zu Herzen nimmt er sich aber die – im Verhältnis zu seiner geleisteten Arbeit für den Verein – mangelnde Wertschätzung und Dankbarkeit.

Spaßmodus aus: Deswegen an dieser Stelle ein von Harzen kommendes, herzliches Dankeschön an alle Abteilungsleiter, deren Helfer und Helfershelfer, die oft ohne jede Gegenleistung dafür sorgen, dass wir unserer Liebe in der Halle nachgehen dürfen, statt zu Hause bei unserer Liebsten zu hocken. Danke!

Spaßmodus wieder an: Um eine einzige Saison zu ermöglichen, muss der Abteilungsleiter einen ganzen Wust organisatorischer Dinge erledigen. Vom Ärger mit der Stadt über Probleme mit digitalen Spielerpässen bis hin zur Moderation interner WhatsApp-Gruppen kommt er schnell an seine Grenzen. Was dann passiert und wieso wirklich jeder andere Job erstrebenswerter ist, lest Ihr in Handballhardcore Kreisklasse – Höhepunkte am Karrieretiefpunkt.

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